Archiv für die Kategorie ‘Medienkunst’

Erinnerung an Freistadt

Montag, 14. Dezember 2009

Work in Progress. Eine neue Serie ist da.

Das Konzept

Bei der Erinnerung an (markante) Gebäude einer Stadt setze ich einzelne Strukturen und Formen gedanklich zu einem (neuen) Bild zusammen. Manches erinnere ich noch sehr genau, andere Bereiche fügen sich nur mehr als Grundformen ohne Details, als monochrome Farbschicht ein. Verschiedene Ausschnitte und Perspektiven überlappen sich, erzeugen eine gewisse Spannung und halten das Bild in Schwebe.

In meinem Projekt kombiniere ich bis zu fünf Schichten von Fotos bzw. Grafik zu einem Bild, setze Parameter wie Position, Farbe, Grafik-Processing und speichere das Ergebnis als Kompositum. Für das Generieren der Komposita habe ich mit dem Softwareprodukt MaxMspJitter ein Computerprogramm entworfen, das mit einer grafischen Oberfläche Parameterwahl ermöglicht sowie teilweise automatisiert neue Kombinationen vorschlägt.

Das kombinierte Bildmaterial ist nahezu beliebig erweiterbar, es können unzählige Bilder generiert werden, deren Zusammengehörigkeit klar ersichtlich ist, die sich aber in den dargestellten Inhalten und Details unterscheiden.

Technische Details

Algorithmische Medienkunst.
Quadratisch auf Hahnemühle Fotorag A4 oder A3 308g oder
20x20cm oder 30x30cm auf Holzkassette.

Anmerkungen zur Ästhetik dieser Serie

Vor einigen Jahren habe ich mich mit Modellen der Rauminszenierung im zeitgenössischen europäischen Kino (David Bordwell in: Zeit, Schnitt, Raum 1997) befasst und konnte bei der Re-Lektüre feststellen, dass einige Merkmale der Rauminszenierung auch auf meine Serie Erinnerung an Freistadt zutreffen.

Man kann den … Begriff »planimetrisch« heranziehen, wenn räumliche Tiefe durch eine Reihe bildparalleler Ebenen dargestellt wird. (S 20)

Zwischen der Flächigkeit der Bilder und räumlicher Tiefe besteht aber kein Widerspruch. Der Tiefeneindruck entsteht durch das Überlappen von Konturen, der Nah- und Fernwirkung von Farben und der Anordnung von Elementen. (S 24)

Verschiedene Abstufungen im Übergang zwischen architektonischem Motiv und glatter Farbfläche sowie die horizontalen und vertikalen Linien des Tiffany-Effektes erhöhen den grafischen Eindruck der Bilder. Die Kombination leichter Abweichungen der Perspektive sowie für Altstadt-Architektur ungewöhnliche Farbflächen erhöhen den expressiven Charakter von Erinnerung an Freistadt.

Die ausdrucksstärksten Eigenschaften der besagten frontalen Herangehensweise liegen zweifellos in ihrer Stabilität und ihrer Ausgewogenheit. … Die statische, lang durchgehaltene planimetrische Einstellung »verbildlicht« quasi die Aufnahme, so daß sie einer sorgfältig komponierten (Schaufenster-)Etalage ähnelt. Darin liegt die Verbindung zu Malerie und Grafik. (S 31)

Ein mögliches Szenario

Bürger/innen und Besucher/innen einer Stadt (Beispiel Freistadt) erwerben „ihr“ Bild oder „ihre Bilderserie“ als Erinnerung an Freistadt. Gemeinsam sind den verschiedenen Bildern das Format und die ästhetische Linie. Individuell ist die Art der Präsentation bzw. Rahmung, sofern die Bilder nicht bereits auf Rahmen erworben werden.

Eine verkleinerte Version aller erworbenen Bilder soll im Internet abrufbar sein, auf diese Weise kann man sich einen Überblick über die verwandten Bilder verschaffen. Bei Besuchen werden die Bilder die entsprechende Aufmerksamkeit erhalten, man kann vergleichen und neue Erinnerungen (an die anderen Erinnerungen an Freistadt) wecken.

Medienkunst & Realtime Processing

Die Serie Erinnerung an Freistadt ist ein weiteres Beispiel meiner Medienkunstprojekte, die mit Realtime Processing-Software realisiert wird. Realtime Processing mit MaxMspJitter ist der Inhalt meines Lehrauftrages an der Kunst-UNI Linz. Weitere meiner Medienkunstprojekte habe ich in der Kategorie Medienkunst beschrieben. Ich empfehle auch meinen Text über die Ästhetik algorithmischer Kunst.

bodypainting 2008: videostills

Freitag, 21. August 2009

Videostills mit Aufnahmen vom Internationalen Bodypaintingfestival 2008 in Seeboden, Kärnten, Österreich.

Zweite Teilnahme am Bodypainting-Festival als Videokünstler: In diesem Beitrag sind 45 Videostills zu sehen, die einen Eindruck der diesjährigen Bodypainting-Kunst geben. Die Videostills zeigen Ausschnitte vorwiegend von Nahaufnahmen von bemalten Körperteilen. Die Inhalte der Videostills unterscheiden sich von den üblichen Fotos durch den Focus auf Details.

Meine eigentliche Aufnahmeabsicht war allerdings eine Materialsammlung für Videoprocessing zu generieren.

Die erste Serie sind sehr abstrakte Bilder von bemalten Körperdetails verschiedener Modelle.

Eine eigene Serie zeigt bemalte Portraits.

Serie eines Modells mit pergamentartiger Bemalung.

feedback structures

Freitag, 30. Januar 2009

feedback structures sind mehrstufig vernetzte Rückkoppelungsstrukturen, in die beliebige Audio-Files geschickt werden. Die Rückkoppelungszeiten sind von etwa 2 Sekunden bis 40 Sekunden abgestuft, die Intensität der einzelnen Rückkoppelungsebenen ist interaktiv wähl- und veränderbar. Ein dynamischer Generator steuert die Prozesse automatisch, nachdem man Folder für Gruppen von Audiofiles ausgewählt hat. Echtzeitklangkomposition.

Klangbeispiele

Feedback structures 1
Feedback structures 2
Feedback structures 3

Dynamische Rote Quadrate

Montag, 26. Januar 2009

Eine kleine Spielerei mit roten Quadraten. Sie bewegen sich in gleichmäßigem Tempo orthogonal zu den horizontalen und vertikalen Achsen, von links nach rechts, von rechts nach links, von oben nach unten. Damit knüpfe ich an eine Tradition aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts an: Zahlreiche Künstler/innen greifen zu (strengen) geometrischen Formen. In meinem Fall erweitert um den Faktor Bewegung.

Dieses Video ist ein statischer Ausschnitt einer grafischen Echtzeit-Programmierung. Der strenge Ablauf könnte noch verallgemeinert werden: Bewegung nicht nur orthogonal, Quadratlage schwankend bzw. mit Drehung, variables Tempo, Größenveränderung während der Sichtbarkeit von Quadraten. Und natürlich andere Farben. Als Anregung für meine Realtime Processing-Student/innen.

parallel movie environment

Mittwoch, 07. Januar 2009

Ein Video wird 16x parallel abgespielt, allerdings jeweils in unterschiedlicher Geschwindigkeit und sich änderndem Zoomfaktor. Gelegentlich bleiben einige der Videos stehen. Beispielclip ohne Audiotrack.

Durch die zunehmende Asynchronizität werden in jedem Augenblick verschiedene Phasen des ursprünglichen Videos gezeigt und somit wird der Gesamtcharakter bzw. die Atmosphäre des Videos verdichtet spürbar.

Videoclips